Das Geschichtslabor Kislau macht Halt in Gernsbach

Im Zeitraum vom 2. November bis zum 22. Dezember 2026 gastiert das Geschichtslabor „Wo fängt Unrecht an?“ in der Realschule Gernsbach. Alle Bürger sind immer dienstags von 14 bis 16 Uhr herzlich dazu eingeladen. In diesem Zeitraum ist es im SMV-Zimmer der Öffentlichkeit zugänglich und spricht nicht nur Jugendliche an. Vormittags von Dienstag bis Freitag sind Schulklassen auch aus den umliegenden Gemeinden nach vorheriger Anmeldung herzlich willkommen.

Vermutlich denkt man bei dem Wort „Labor“ an Menschen in weißen Kitteln, die Kolben mit dampfenden Flüssig­keiten schwenken. All das jedoch sucht man im mobilen Geschichtslabor vergebens. Getreu dem Motto ‚Geschichte begreifen – Demokratie erleben‘ kann jeder vermeintliche Wahrheiten hinterfragen und Theorien auf den Prüfstand stellen.

Im Konzentrationslager Kislau bei Bruchsal wurden vom Frühjahr 1933 bis zum Frühjahr 1939 mehr als 1.700 Männer festgehalten – darunter viele aktive Nazi-Gegner. Als so genanntes ‚frühes Lager‘ markierte Kislau den Übergang von der Weimarer Republik ins natio­nalsozialistische Terror-Regime. Geleitet von der Frage ‚Wo fängt Unrecht an?‘ kann man im Labor die Historie dieses Lagers erforschen und die Unterschiede zwischen Recht und Unrecht sowie zwischen Demokratie und Diktatur ausloten.

Das mobile Geschichts­labor wurde im Jahr 2020 mit Mitteln aus dem Bundesprogramm ‚Jugend erinnert‘ realisiert und vom Land Baden-Württemberg finanziert. Eine große Unterstützung hier vor Ort war auch der Förderverein der Realschule. Dennoch freut sich die Schule über freiwillige Spenden.